Eine Normale ist eine Gerade, die in einem Kurvenpunkt senkrecht auf dem Graphen der Funktion bzw. senkrecht auf der zugehörigen Tangente steht.

Zwei Geraden sind orthogonal zueinander, wenn das Produkt ihrer Steigungen −1 ergibt: m1 · m2 = −1 ⇔ m2 = −1/m1. Anders formuliert: die Steigung der Orthogonalen ist gleich dem negativen Kehrwert der ursprünglichen Steigung.
Das gilt natürlich entsprechend für die Tangente und die Normale: mn = −1/mt. Wenn die Normale an der Stelle x = x0 gesucht ist, geht man daher wie folgt vor:
Gesucht ist die Gleichung der Normale an den Graphen von f(x) = x3 + 3x2 + x an der Stelle x = 2.
y = m·x + b
22 = −0,04·2 + b
22 = −0,08 + b | + 0,08
22,08 = b
n(x) = −0,04x + 22,08
Berechnen der Normalengleichung mit y − y0 = mn(x − x0):y − y0 = mn(x − x0) y − 22 = −0,04(x − 2) y − 22 = −0,04x + 0,08 | + 22 n(x) = −0,04x + 22,08Im letzten Schritt erfolgt jeweils die Umbenennung von y in n(x) – ein üblicher Name für Normalengleichungen.
Gesucht ist die Gleichung der Normale an den Graphen von f(x) = 0,5x3 + 3x2 + 4,5x an der Stelle x = −1.
Das Berechnungsverfahren hilft hier zwar nicht weiter, aber die Anschauung. Die Tangente hat die Steigung 0, ist also waagerecht und hat somit die Gleichung y = −2 (die y-Koordinate des Punktes). Eine dazu senkrechte Gerade hat immer die Gleichung x = Zahl, in diesem Fall also x = −1 (die x-Koordinate des Punktes). In der Form n(x) = … kann man die Gerade nicht angeben, da es sich nicht um eine Funktion handelt. Man kann ihr nur den Namen n geben, also n: x = −1.Die Wendenormale ist die Normale im Wendepunkt. Ist also nach der Wendenormale gefragt, muss man erst den Wendepunkt berechnen (oft ist er allerdings schon aus einer vorangegangenen Kurvendiskussion bekannt) und dann wie oben vorgehen.
Als Beispiel berechnen wir die Wendenormale für den Graphen von f(x) = 0,5x3 + 3x2 + 4,5x.
Ableitungen: f′(x) = 1,5x2 + 6x + 4,5; f′′(x) = 3x + 6; f′′′(x) = 3
Notwendige Bedingung: f′′(x) = 0 ⇒ x = −2
Hinreichende Bedingung: f′′′(−2) = 3 ≠ 0 ⇒ Wendestelle bei x = −2
y-Wert: f(−2) = 0,5·(−2)3 + 3·(−2)2 + 4,5·(−2) = −1 ⇒ W(−2|−1)
Steigung im Wendepunkt:
mt = f′(−2)= 1,5·(−2)2 + 6·(−2) + 4,5 = −1,5 ⇒ mn = −1/(−1,5) = 2/3
Führt man das weitere Rechenverfahren wie im ersten Beispiel durch, so erhält man als Normalengleichung nw(x) = 2/3x + 1/3.
Letzte Aktualisierung: 14.05.2010