Auf dieser Seite geht es um Lösungswege für quadratischen Gleichungen ohne Parameter. Da Sie das Thema schon aus der Mittelstufe kennen, fangen wir mit der allgemeingültigen pq-Formel an und betrachten dann Lösungswege für spezielle Typen. Bitte ignorieren Sie die speziellen Wege nicht – sie sind später für schwierigere Gleichungstypen wichtig.
Ist eine quadratische Gleichung in Normalform lösbar, so erhält man ihre Lösungen mit der pq-Formel: Für hat die Gleichung keine Lösung, für stimmen beide Lösungen überein.
Während man früher noch vor dem Einsetzen in die pq-Formel die Diskriminante berechnete, um zu entscheiden, ob es überhaupt Lösungen gibt, setzt man heutzutage fast immer sofort ein. Erst im Laufe der Rechnung ergibt sich somit die Anzahl der Lösungen.
Beim Term spielt das Vorzeichen von keine Rolle, da das Ergebnis als Quadrat immer positiv ist. Das Vorzeichen von wird daher an dieser Stelle außer Acht gelassen.
Beispiel 1:
Da die Gleichung bereits normiert ist (der unsichtbare Faktor vor dem Quadratglied beträgt Eins), können wir direkt die Lösungsformel anwenden:
Beispiel 2:
Wenn bereits ein Bruch ist, schreibt man besser keinen Doppelbruch, sondern berechnet sofort. Hier ist , und somit bekommen wir:
Beispiel 3:
Diese Gleichung muss zunächst auf Normalform gebracht werden:
Beide Lösungen der Gleichung stimmen überein: . In der Mittelstufe notiert man nur eine Lösung. In der Oberstufe werden solche Lösungen oft interpretiert, zum Beispiel als Nullstelle einer Funktion. Graphisch bedeutet es einen Unterschied, ob ein und dieselbe Lösung einmal oder zweimal (oder noch öfter) vorkommt, sodass es sehr sinnvoll ist, die Doppellösung auch entsprechend kenntlich zu machen.
Beispiel 4:
Schon das kleine Minus vor dem stört, sodass auch diese Gleichung zunächst auf Normalform gebracht werden muss:
Die Gleichung hat keine reelle Lösung, da man aus einer negativen Zahl keine Wurzel ziehen kann.
Das Absolutglied einer quadratischen Gleichung ist der Term ohne Variable, also in der Normalform das . Prinzipiell ist es zwar auch für möglich, die pq-Formel zu verwenden, aber es gibt einen langfristig besseren Weg: Ausklammern. Diese Technik ist sehr wesentlich auch für schwierigere Gleichungen, mit denen Sie im Verlauf der Oberstufe konfrontiert werden.
Beispiel 5:
Da jeder Teilterm die Variable enthält, können wir ausklammern:
Nun steht dort ein Produkt, dessen Ergebnis Null ergeben soll. Das geht aber nur, wenn mindestens ein Faktor Null ist. Dies wird oft Satz vom Nullprodukt genannt.
Da wir alle Lösungen der Gleichung suchen, setzen wir nacheinander jeden Faktor Null. Beim ersten Faktor müssen wir nichts tun und bekommen sofort die Lösung:
Beispiel 6:
In diesem Fall kann man zwar auch ausklammern, aber wir bleiben der Einfachheit halber bei :
Bei reinquadratischen Gleichungen fehlt das Linearglied, was in der Normalform gleichbedeutend mit ist. In diesem Fall lässt sich die Gleichung durch Wurzelziehen lösen.
Beispiel 7:
Elementarer Lösungsweg:
Bei diesem Lösungsweg vergessen leider auch gute Schüler oft die zweite Lösung. Achten Sie unbedingt darauf und hämmern Sie sich ein, dass es bei quadratischen Gleichungen fast immer zwei Lösungen gibt. Wenn Sie nur eine haben, überlegen Sie, ob das auch stimmen kann (ausgeschlossen ist das ja nicht, wie Sie in Beispiel 3 gesehen haben).
Die Gleichung hat die (Doppel)Lösung , die Gleichung hat keine reelle Lösung.
Zunächst einmal: „erweiterte“ reinquadratische Gleichung ist kein etablierter mathematischer Fachbegriff! Gemeint sind Gleichungen der Form „Klammer hoch zwei gleich Zahl“, die nach dem Prinzip des Wurzelziehens gelöst werden.
Beispiel 8:
Wir können sofort die Wurzel ziehen und müssen an die zwei Möglichkeiten denken:
Beispiel 9:
Hier ist die Lösungsmethode wegen besonders einfach:
Fertig! Für die eventuelle graphische Interpretation der Lösungsmenge muss man nur noch berücksichtigen, dass es sich um eine doppelte Lösung handelt.
Die Methode lässt sich auch auf Gleichungen der Form anwenden, indem man die Methoden der Beispiele 7 und 8 kombiniert. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie den zuletzt vorgestellten Weg einschlagen oder in die allgemeine Form umwandeln (Klammern auflösen) und die pq-Formel anwenden.
Letzte Aktualisierung: 17.08.2011