Salopp formuliert: der Definitionsbereich einer Funktion besteht aus den Zahlen, die man für x einsetzen darf (wenn die Variable wie üblich mit x bezeichnet ist). Aber wie findet man heraus, welche Zahlen man einsetzen darf?
Auf dieser Seite geht es um das prinzipielle Verständnis und allgemeine Regeln auf Grundkursniveau bis zu einfachem Leistungskursniveau (abhängig vom Bundesland).
Streng genommen kann man den Definitionsbereich einer Funktion nicht berechnen, sondern muss ihn festlegen: der „Erfinder“ der Funktion kann die einzusetzenden Zahlen beliebig einschränken. Theoretisch kann man jede Zahl quadrieren. Wenn man jedoch als Definitionsbereich die Zahlen {−2; 0; 4} festlegt, ist dagegen nichts einzuwenden.
Wenn Sie aufgefordert werden, den Definitionsbereich zu bestimmen, ist damit üblicherweise der maximale Definitionsbereich des Funktionsterms gemeint, also alle Zahlen, für die die Rechenvorschrift grundsätzlich ausführbar ist oder – bei Anwendungen – für die die Berechnung sinnvoll ist. Die Wurzel kann man beispielsweise nur aus einer nichtnegativen Zahl ziehen; einen Flächeninhalt wird man nur für positive Seitenlängen berechnen.
Wenn man den Definitionsbereich einer Funktion ermitteln soll, orientiert man sich an den beteiligten Rechenarten.
2x + 3 = 0 | −3
2x = −3 | :2
x = −1,5
7 − 2x ≥ 0 | −7
−2x ≥ −7 | :(−2)
x ≤ 3,5
Den Definitionsbereich kann man auf verschiedene Weisen angeben: √7 − 2x = 0 | (…)2
7 −2x = 0 | −7 ; :(−2)
x = 3,5
4 + 2x > 0 | −4
2x > −4 | :2
x > −2
Mengenschreibweise: IDf = {x ∈ IR | x > −2}Bei bestimmten Funktionstypen kann die Ermittlung des Definitionsbereich durchaus schwieriger werden. Dies betrifft jedoch vor allem den Leistungskurs und soll nicht in diesem Artikel behandelt werden, sondern zu einem späteren Zeitpunkt bei den entsprechenden Funktionstypen.
Ein klassisches Problem besteht darin, mit einem Zaun vorgegebener Länge – zum Beispiel 60 m – ein Rechteck größtmöglichen Flächeninhalts abzugrenzen. Dann gilt:
u = 60 ⇔ 2a + 2b = 60 ⇔ b = 30 − a.
Für die Fläche gilt dann A(a) = a·(30 − a).
Die Seite a muss positiv sein, also a > 0. Zum anderen muss aber auch b > 0 sein, was gleichbedeutend mit a < 30 ist. In dem Fall wäre also ID = {a ∈ IR | 0 < a < 30} bzw. ID = (0; 30).
Mathematische Probleme können jedoch in vielerlei Verkleidung daherkommen, und so lässt sich leider kein Patentrezept angeben.
Letzte Aktualisierung: 15.10.2010